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Es ist Donnerstagabend der 23.10.2008 um kurz vor 20:00 Uhr, als fünf junge Teenager sich mit zwei von den Eltern entwendeten Kleinwagen ein privates Autorennen auf einem Feldweg in der Gemarkung Gau-Bischofsheim liefern.
In der gleichen Zeit ist ein Landwirt mit einem Schmalspurtraktor gerade dabei seinen Weinberg zu mulchen und fährt zum Drehen zu genau dieser Zeit auf den Feldweg auf. Der junge Mann mit zwei Freundinnen im Auto des ersten Fahrzeuges kann noch ausweichen, verliert jedoch auf einer Bodenwelle die Kontrolle über sein Fahrzeug, überschlägt sich und bleibt schließlich auf dem Dach in einem Feld liegen. Das Fahrzeug des anderen jungen Paars rammt den Traktor auf der Vorderachse, bricht mit dem Heck aus und schlägt in einen Baum einer Böschung ein. Dieses Szenario hat sich der Gau-Bischofsheimer Feuerwehrmann Steffen Friederich einfallen lassen und über Wochen hinweg geplant und organisiert. Unterstützt durch den hauptamtlichen Feuerwehrgerätewart der VG Bodenheim, Markus Vollmer baute er auch die Übungsstelle auf. Das Bild, das sich der Gau-Bischofsheimer Wehr, die als erstes die Einsatzstelle erreichte und erkundete, war erschütternd. Ein Wingertsschütze, der den Unfall beobachtete und meldete, pushte durch seine Panik das Adrenalin der Einsatzkräfte noch zusätzlich hoch. ... zum Weiterlesen dieses Artikels drücken Sie bitte den WEITER-Button. Weiteres Bildmaterial zu dieser Einsatzübung finden Sie in unserer HIER in unserer Bildergalerie ...
Das erste Fahrzeug lag auf dem Dach, der Fahrer war aus dem Fahrzeug herausgeschleudert worden und war nun unter dem Fahrzeug mit dem Fuß eingeklemmt. Eine der beiden Freundinnen verlor aus Angst vor der Polizei im Laufe der Einsatzarbeiten die Nerven und rannte von der Einsatzstelle weg. Eine Situation mit dem Einsatzkräfte jederzeit bei schweren Unfällen rechnen müssen, denn jeder reagiert in Stresssituationen anders.
Während der Betreuung der beiden Insassen des zweiten Fahrzeuges wurde schnell deutlich, das der Fahrer stark alkoholisiert war und nicht einmal mehr wusste ob auf der Rückbank ebenfalls Mitfahrer gesessen haben. Ebenfalls stellte sich bei der Beifahrerin, die über starke Schmerzen im Beckenbereich klagte und schwere Kopfverletzungen davon trug, heraus, dass diese im zweiten Monat schwanger ist.
Der Winzer wurde durch die Wucht des Aufpralls von seinem Traktor geschleudert. Das schwere Arbeitsgerät stürzte um und begrub das Bein des Winzers unter dem hinteren Rad. Durch das stark abfallende Gelände bestand die Gefahr, dass der Traktor weiter abrutscht. Drei Szenarien, welche die Einsatz- und speziell die Führungskräfte stark forderten. Es musste schnell entschieden werden, welche Wehr mit welchen Mitteln welchen Einsatzabschnitt übernimmt. Auch die Aufstellung der 2 Löschgruppenfahrzeuge, 2 Tragkraftspritzenfahrzeuge, 1 Mannschaftstransportwagen, 1 Einsatzleitwagen und die 4 Rettungsfahrzeuge des Roten-Kreuzes und Malteser Hilfsdienstes mussten auf engstem Raum gut durchdacht und koordiniert werden.
Schnell und sicher wurden die Gefahrenschwerpunkte erkannt und die nötige Erstversorgung der verunfallten Personen eingeleitet. Um ein Abrutschen des Traktors zu verhindern wurde dieser von der Freiwilligen Feuerwehr Gau-Bischofsheim mittels eines Mehrzweckzuges und Umlenkrolle über ein Stahlseil gesichert. Danach wurde, während der Rettungsdienst den Patienten versorgte, der Traktor mit Hebekissen angehoben und der Winzer aus seiner Zwangslage befreit. Die Freiwilligen der Feuerwehr Lörzweiler haben einen Hydraulischer Rettungssatz (Schere, Spreizer und Rettungszylinder) auf dem Löschgruppenfahrzeug verladen und übernahmen das herausschneiden des jungen Paares aus dem stark demolierten zweiten Wagen. Noch während dieser Arbeiten wurden die beiden durch den Rettungsdienst versorgt. Auch die Personen des dritten Fahrzeuges haben den Unfall überlebt und wurden sehr schnell aus dem, auf dem Dach liegenden Fahrzeug befreit. Kameraden der Gau-Bischofsheimer Wehr mussten jedoch der jungen Beifahrerin, die davon rannte, nachlaufen um diese an die Einsatzstelle zurückzuholen und die Platzwunden ebenfalls ärztlich zu behandelt.
"Eine durchweg realistische und fordernde Übung, aus der wir alle viel lernen können" lobte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bodenheim Freddy Kimmes die Mitwirkenden dieser Einsatzübung. Die beiden Fahrzeuge wurden mit einem 30Tonnen Bagger in Bodenheim in eine "realistische Unfallform" gebracht und brachten die Lörzweiler Feuerwehrleute bei den Rettungsarbeiten ins Schwitzen. Die Statisten wurden fachmännisch von der Nieder-Olmer DRKlerin Nadine Juli geschminkt und sorgten somit ebenfalls für eine realistische Einsatzübung. Nach einem kurzen Endgespräch und einem Abendessen haben die beiden Wehren, das Rote Kreuz und die Malteser den Abend im Gau-Bischofsheimer Gerätehaus noch gemütlich ausklingen lassen. |